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Was ist Desk Sharing? Definition & Praxistipps 2026

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Jonathan Glasow Autor
3 Min. Lesezeit
Was ist Desk Sharing? Definition & Praxistipps 2026

Desk Sharing (auch Hot Desking genannt) ist ein modernes Arbeitsplatzmodell, bei dem die Mitarbeiter keinen fest zugewiesenen Schreibtisch mehr besitzen. Stattdessen buchen oder suchen sie sich jeden Tag flexibel einen freien Arbeitsplatz im Büro, der am besten zu ihrer aktuellen Aufgabe passt (z. B. Ruhezone für Fokusarbeit oder offener Bereich für Teamwork). Für Unternehmen ist das Konzept ein zentraler Hebel, um Immobilienkosten zu senken und kollaboratives Arbeiten zu fördern.

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Desk Sharing einfach erklärt

Im täglichen Arbeitsablauf bedeutet Desk Sharing, dass der klassische, mit Familienfotos dekorierte Stammplatz der Vergangenheit angehört. Stattdessen loggt sich der Arbeitnehmer morgens oft per App in das System ein, bucht einen Tisch und räumt diesen am Abend wieder komplett leer (Clean-Desk-Policy). Diese Arbeitsweise ist eine direkte Konsequenz aus dem Siegeszug von Remote Work und Homeoffice.

Das Modell funktioniert nur, wenn die technologische und räumliche Infrastruktur darauf ausgelegt ist. Die IT-Abteilung muss sicherstellen, dass Laptops an jedem Platz sofort (Plug-and-Play) funktionieren. Parallel dazu integriert das HR-Team solche Konzepte häufig in moderne Führungsmethoden wie Design Thinking HR, um eine agilere Arbeitskultur zu schaffen, in der sich Abteilungen vermischen und Silodenken abgebaut wird.

Man unterscheidet in der Praxis zwischen reinem Hot Desking (First-Come-First-Serve-Prinzip), der gezielten Platzbuchung via Software und dem Activity Based Working, bei dem das Büro in verschiedene funktionale Zonen (Kreativbereiche, Ruheräume, Telefonzellen) unterteilt ist, die je nach aktueller Tätigkeit gewechselt werden können. Im Zuge dieser Flexibilisierung verwalten Mitarbeiter ihre Anwesenheit oft über ein digitales Arbeitszeitkonto, das Präsenz- und Heimarbeitstage übersichtlich erfasst.

Desk Sharing vs. Co-Working: Beim Desk Sharing teilt sich die Belegschaft eines einzigen Unternehmens die internen Büroflächen. Co-Working hingegen bezeichnet die Nutzung von externen Büroflächen, in denen sich Freiberufler, Start-ups und Mitarbeiter völlig unterschiedlicher Firmen dieselben Tische und Infrastrukturen teilen.

Laut einer umfangreichen Umfrage des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) planen aktuell rund 40 % der deutschen Unternehmen, feste Schreibtische nach der Pandemie zugunsten flexibler Raumkonzepte abzubauen.

Vorteile und Nachteile von Desk Sharing

✅ Vorteile❌ Nachteile
Kostenreduktion: Durch den Wegfall ungenutzter Schreibtische (bei Krankheit, Urlaub, Homeoffice) sinken die Mietkosten drastisch.Verlust von Zugehörigkeit: Mitarbeitern fehlt der „eigene“ Ort; das Büro wirkt für viele austauschbar und unpersönlich.
Silo-Aufbruch: Da man jeden Tag neben anderen Kollegen sitzt, verbessert sich der abteilungsübergreifende Austausch.Reinigungsaufwand: Das Teilen von Tastaturen und Tischen erfordert ein massiv strengeres Hygienekonzept im Betrieb.
Bessere Raumnutzung: Die gewonnene Fläche kann in attraktive Lounges, Meetingräume oder Ruheräume umgewandelt werden.Suchzeiten: Ohne gute Software verbringen Mitarbeiter morgens wertvolle Minuten mit der Suche nach einem Platz.

Desk Sharing in der Praxis: Tipps für Unternehmen

  1. Ergonomie kompromisslos sicherstellen
    Ein geteilter Tisch wird täglich von Menschen unterschiedlicher Körpergröße genutzt. Investiere das gesparte Mietgeld in zwingend notwendige Hardware: Jeder Arbeitsplatz muss über einen elektrisch höhenverstellbaren Tisch, einen voll anpassbaren Bürostuhl und externe Monitore verfügen. Fehlt dies, drohen durch schlechte Körperhaltung schnell hohe Krankheitsausfälle.

  2. Clean-Desk-Policy durchsetzen
    Das System kollabiert, wenn Mitarbeiter anfangen, Schreibtische durch das Liegenlassen von Notizblöcken oder Kaffeetassen für den nächsten Tag zu „reservieren“. Richte ausreichend persönliche, abschließbare Spinde (Locker) im Eingangsbereich ein und setze die Regel konsequent durch, dass Tische abends besenrein zu hinterlassen sind.

  3. Heimathäfen für Teams definieren
    Völlig freies Sitzen auf riesigen Flächen erzeugt Unruhe („Lost-in-Space-Gefühl“). Richte stattdessen sogenannte „Homezones“ ein — definierte Bereiche, in denen beispielsweise nur das Marketing oder nur die IT sitzt. Innerhalb dieser Zone herrscht Desk Sharing, aber das Team findet sich morgens trotzdem schnell zusammen.

Warum ist Desk Sharing für Unternehmen wichtig?

Die Arbeitswelt hat sich fundamental gewandelt. In deutschen Büros lag die Auslastungsquote fester Schreibtische schon vor der Pandemie selten über 60 %. Mit dem Boom von Homeoffice und hybrider Arbeit zahlen Unternehmen heute enorme Summen für leere Bürostühle. Desk Sharing löst dieses finanzielle Problem elegant und setzt Budget für moderne Teambuilding-Maßnahmen frei. Gleichzeitig entspricht das Konzept dem Wunsch junger Talente nach Flexibilität und flachen Hierarchien: Wenn der Abteilungsleiter nicht mehr im Eckbüro thront, sondern sich wie alle anderen morgens einen freien Platz sucht, verändert das die Unternehmenskultur tiefgreifend und fördert eine Kommunikation auf Augenhöhe.

Häufig gestellte Fragen zu Desk Sharing

Wie hoch ist das Einsparpotenzial durch Desk Sharing?

Die finanziellen Einsparungen entstehen primär durch die Reduktion von Bürofläche und Energiekosten. Unternehmen rechnen oft mit einer sogenannten Desk-Sharing-Quote (Sharing Ratio) von etwa 0,7 – das bedeutet, für 100 Mitarbeiter werden nur noch 70 Schreibtische vorgehalten. Dadurch lassen sich die Miet- und Betriebskosten um rund 25 % bis 30 % der bisherigen Immobilienausgaben senken, was je nach Standort mehrere Tausend Euro pro Jahr und Mitarbeiter ausmachen kann.

Braucht man für Desk Sharing eine spezielle Software?

Für kleine Teams bis 15 Personen genügen oft Absprachen oder einfache Kalender. Ab einer bestimmten Unternehmensgröße ist jedoch ein professionelles Raum- oder Platzbuchungssystem (Desk-Booking-Software) unerlässlich, damit Mitarbeiter nicht morgens wertvolle Arbeitszeit mit der Suche nach einem freien Platz verschwenden.

Was passiert mit persönlichen Gegenständen der Mitarbeiter?

Da der klassische, personalisierte Schreibtisch wegfällt (Clean-Desk-Policy), muss der Arbeitgeber sichere Alternativen bieten. Üblicherweise erhält jeder Mitarbeiter ein abschließbares Schließfach (Locker) im Büro oder einen mobilen Rollcontainer (Caddy), in dem Tastatur, Notizblöcke und private Bilder nach Dienstschluss sicher verstaut werden.

Ist Desk Sharing mit geltendem Arbeitsschutzrecht vereinbar?

Ja, die Arbeitsstättenverordnung gilt auch hier. Jeder Arbeitsplatz muss ergonomisch vollständig anpassbar sein, da ihn täglich unterschiedliche Personen nutzen. Das bedeutet: Höhenverstellbare Schreibtische, individuell einstellbare Bürostühle und externe Monitore sind keine freiwillige Option mehr, sondern eine rechtliche Notwendigkeit.

Wie reagiert der Betriebsrat auf die Einführung von Desk Sharing?

Der Betriebsrat hat bei der Einführung solcher Modelle ein weitreichendes Mitbestimmungsrecht, da es tief in die Arbeitsorganisation eingreift. Oft wird in einer Betriebsvereinbarung detailliert festgelegt, wie hoch die Sharing-Quote maximal sein darf und welche Hygiene- und Datenschutzregeln an den geteilten Plätzen gelten müssen.

Wie unterscheidet sich Desk Sharing vom Activity Based Working?

Desk Sharing ist oft nur der erste Schritt (das bloße Teilen von Tischen). Activity Based Working geht weiter: Das Büro wird in verschiedene funktionale Zonen unterteilt (Bibliothek für Ruhe, Lounges für kreatives Arbeiten, Telefonboxen). Der Mitarbeiter wählt seinen Arbeitsort nicht nur nach Verfügbarkeit, sondern primär nach der aktuellen Aufgabe.

Verwandte Begriffe

  • Beförderung — Das Aufsteigen in neue Rollen, die oft nicht mehr mit Status-Symbolen wie dem Einzelbüro belohnt werden
  • Career Path — Die Entwicklung im Unternehmen, die durch netzwerkende Arbeitsmodelle beschleunigt werden kann
  • Dienst nach Vorschrift — Ein Motivationsproblem, dem durch moderne Bürokonzepte oft entgegengewirkt wird

Die räumliche Neugestaltung des Arbeitsplatzes ist ein starkes Signal nach innen und außen; sie bildet oft das Fundament für ein ganzheitliches Talent Management, um junge, dynamische Fachkräfte im Unternehmen zu halten. Um diese neuen Arbeitswelten erfolgreich zu vermarkten, setzen spezialisierte Dienstleister wie die beste Social Media Recruiting Agentur für Pflegeeinrichtungen gezielt auf authentische Einblicke in den Arbeitsalltag der Belegschaft.


Quellen: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Dieser Artikel wurde von der Glow Careers Redaktion verfasst und geprüft.

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